Fortbildung
  1. Präsenz und Energie
    17.–19. Januar 2020 Bettina Schroeter / Wolfgang Hegenbart
  2. Grundlegende Annahmen der Körperpsychotherapie

    Die Basis für die persönliche Identität ist die körperliche Präsenz, der beseelte Leib, den man fühlt und bewohnt, nicht der mechanische Körper, den man hat. Körper und Psyche bilden eine Einheit, sind in ihrer Funktion identisch und unterscheiden sich nur in ihrer Erscheinungsform. Alle Lebensäußerungen sind Ausdruck einer im Körper fließenden Energie, die wahrnehmbar und beeinflussbar ist. Ihre freie Pulsation steht für Gesundheit, ihre Blockierung für Störungen der psychovegetativen Selbstregulation. Grundaspekte körperpsychotherapeutischen Verständnisses werden praktisch und theoretisch vorgestellt.

  3. Zeitkrankheit Depression
    21.–23. Februar 2020 Wolfgang Hegenbart
  4. Formen der Depression im körperpsychotherapeutischen Verständnis

    Depression ist in einer Zeit der Selbstoptimierung und des Leistungswahns die Zeitgeisterkrankung Nummer Eins. Im körperpsychotherapeutischen Verständnis bildet die Depression eine Art Schutzmantel, der unterschiedliche Grundkonflikte verbirgt wie das narzisstisch ungeformte Selbstgefühl, Verlustängste, Bedürftigkeit, Konfliktunfähigkeit u.a.. Je nach Persönlichkeitsstruktur hat die Depression andere Färbungen Funktionen und verweist auf unterschiedliche therapeutische Nachreifungsaufgaben. Die körperpsychotherapeutischen Zugänge erlauben ausgehend vom Kernkonflikt, neue Bewältigungsstrategien zu fördern wie aggressive Selbstbehauptungsimpulse, regressive Schutzbedürfnisse oder die Verbindung von beiden. Die unmittelbare Körpererfahrung stärkt zudem die Basis des vitalen Körperselbst.

  5. Körper und Persönlichkeit
    20.–22. März 2020 Bettina Schroeter
  6. Atem – Stimme – Tonus – Charakter

    Im Körper speichert sich die Geschichte unseres Lebens ein. Körperhaltung, Atemmuster, stimmliche Präsenz und Kontaktverhalten erzählen die Geschichte von Unterstützungen und Defiziten, Stärken und Beschädigungen, Unfällen und Chancen. Die klassischen Werkzeuge der Körperpsychotherapie wie Einwirkungen auf Atemrhythmen, die Nutzung der archaischen Ressourcen der Stimme sowie die dynamische Erforschung von Körperhaltungen und Bewegungen können die Reifung und Weiterentwicklung des Selbst mit Anderen unterstützen. Die Entwicklung und Diagnostik von einigen Charakter- und basalen Konfliktmustern und ihrer Verkörperung wird im entwicklungspsychologischen Zusammenhang erfahrbar gemacht sowie die Grundlinien nötiger Transformationsschritte verdeutlicht.

  7. Der Körper in Trance
    25. April 2020 (Tagesseminar) Wolfgang Hegenbart
  8. Verkörperung von Trancezuständen – Bewusstseinsebenen und Körpermodus

    Zwischen Schlafen und Wachsein ereignet sich ein traumähnlicher Übergangszustand, der viele kreative seelische Verarbeitungselemente enthält und den sich die KPT aktiv zu Nutze macht. Die bewusst induzierte Trance fördert die Sensibilisierung für körperlich-energetische Prozesse, aktiviert die körperseelische Selbstregulation und stellt spontane Lösungsmöglichkeiten für Konflikte bereit, die aus dem verkörperten Unbewussten des Klienten kommen und auf die inhärente Kompetenz der verkörperten Psyche zurückgreifen. Vermittelt wird die Herstellung der induzierten Trance in Verbindung mit einem spezifischen Körpergewahrsein.

  9. Grundbedürfnis Beachtung
    5.–7. Juni 2020 Bettina Schroeter
  10. Frühe Bedürftigkeit – Geburt des Ich – Arbeit mit dem Augensegment

    Das Bedürfnis nach Beachtung in Form von wohlwollender Akzeptanz, angemessener Nährung und Versorgung sowie Förderung eigener Autonomie ist elementarer Antrieb menschlichen Daseins. Die Entwicklung von Subjektivität erwächst im Spiel von Sehen und Gesehenwerden in den verschiedenen altersmäßigen Ausprägungen. Die neoreichianische Arbeit mit dem Augensegment greift dies unmittelbar auf, korreliert mit den Resultaten moderner Hirnforschung und erlaubt subtile doch wirkungsvolle körperseelische Interventionen in zwischenmenschlichen Augenblicken, die in die Tiefenschichten körperseelischer Selbstorganisation hineinwirken.

  11. Von Anfang an
    28.–30. August 2020 Marc Rackelmann
  12. Frühe Themen – Späte Folgen

    Erfahrungen im Mutterleib und um die Geburt herum prägen uns grundlegender, als uns bewusst ist und zeitigen ihre Folgewirkungen bis ins erwachsene Leben im Umgang mit Stress, Selbstwertthemen, Zeiterleben, Beziehungsmustern oder unserem Platz in der Welt. Durch die körpertherapeutische Arbeit mit Säuglingen und durch die regressive Arbeit mit Erwachsenen entstand im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ein detailliertes Verständnis der zuvor schwer zugänglichen menschlichen „Frühgeschichte“. Neben dem Überblick über einige emotionale Themen „um die Geburt herum“, werden Übungen vorgestellt, die einen Zugang zur eigenen Geburtserfahrung und Pränatalzeit herstellen. Es ergeben sich Möglichkeiten, die traumatischen Überbleibsel unserer Ankunft in dieser Welt zu identifizieren und sanft und integrativ mit ihnen körperpsychotherapeutisch zu arbeiten.

  13. Narzissmus und Altruismus
    2.–4. Oktober 2020 Bettina Schroeter
  14. Zur Transformation narzisstischer Persönlichkeitsstörungen – Wege vom Ich zum Du zum Wir

    Der narzisstische Persönlichkeitsstil scheint im aktuellen Zeitgeist ein gesellschaftliches Erfolgsmodell darzustellen. In der Tiefe stellt diese Persönlichkeitsstruktur jedoch ein fragiles Gebilde dar mit vielseitigen Folgeproblemen für Eltern-, Kind-, Freundschafts- und Liebesbeziehungen. Körperliche Merkmale wie mangelnde Erdung, schlechtes Körperselbstgefühl und die Unfähigkeit, ein Du als Anderen wahrzunehmen und zu tolerieren, erzählen von der Angst vor dem Verlust des Selbstgefühls. Demgegenüber verzichtet die extrem altruistische Persönlichkeit auf die Basis einer legitimen Ichorientierung und droht sich permanent auszubrennen. Körperpsychotherapeutische Strategien im Kontakt können helfen, die Toleranz für die Pulsation zwischen Ich-Zentrierung und Du- Orientierung zu erweitern und eine solide Basis für ein flexibles Selbst- und Wir- Gefühl zu fördern, was in besonderem Maße auch für die Selbstregulation von Psychotherapeuten wichtig ist.

  15. Aspekte der Psychosomatik
    20.–22. November 2020 Jutta Verhoef
  16. Körperpsychotherapeutische Zugänge zu psychosomatischen Erkrankungen

    Psychosomatische Prozesse stellen rudimentäre Bewältigungsversuche der verkörperten Psyche von unbewussten und ungelösten Konflikten dar. Im körperpsychotherapeutischen Verständnis ist W. Reichs Konzept der funktionalen Identität von Psyche und Körper handlungsleitend, das anders als der kausale Bezug der klassischen Medizin, Körper und Seele in parallelem Zusammenwirken sieht. Die Sprache und Sinnhaftigkeit der Symptome wird dabei im Kontext ihrer entwicklungsbiologischen wie -psychologischen verstanden. In einen einfühlsamen verkörperten Dialog mit der Sprache des Symptoms wird seine individuelle Sinnhaftigkeit und unterliegende Botschaft entschlüsselt, um alternative Lösungswege der Verkörperung zu erkunden und erproben.