Transformation heißt Umwandlung oder Umformung. Seelische Konflikte oder zwischenmenschliche Probleme werden dabei so verwandelt, dass ein neuer, dritter Weg entsteht, der die gegensätzlichen Pole produktiv integriert. Ziel ist es, das Lebensgefühl des Menschen wieder oder neu geerdet, sinnlich verbunden und inspiriert zu machen. Probleme, Symptome und Konflikte können als Störung, Fehlfunktion oder menschliche Unfähigkeit erlebt werden, genauso stellen sie jedoch Entwicklungsanreiz und -aufgabe dar und bergen oft vergrabene Lebensqualitäten.

Die Ausrichtung unserer Arbeit bezieht sich nicht nur auf die Nabelschau des eigenen Lebens sondern versucht persönliche Ressourcen an Lebensenergie, Mut und Kreativität freizusetzen, die befähigen auf andere Menschen zuzugehen, Dinge anzupacken und seinen Beitrag in dise Welt zu geben, was immer dem Individuum wesensgemäß ist. Um dies möglich zu machen, kann es nötig sein, in die Abgründe der eigenen wie der menschlichen Geschichte zu tauchen, geistig, seelisch und körperlich, um Verstehen des Gewordenen zu fördern, energetische Blockierungen zu lösen und neue kreative Kräfte freizusetzen. Genauso geht es aber auch in der Psychotherapie darum, den Blick nach vorn zu richten.

Die Psychotherapie des letzten Jahrhunderts war unseres Erachtens zu einseitig darauf ausgerichtet, Blockaden, Konfliktmuster und Neurosen mit unerlösten frühkindlichen Konflikten und Traumatisierungen in Zusammenhang zu bringen. Neurose hat jedoch einen erheblichen Konditionierungsanteil und Therapie sollte auch Anleitung geben und Beihilfe das Heute und Morgen zu formen und gestalten. Körperpsychotherapie hat diese Möglichkeit in besonderer Weise, bei der der therapeutische Arbeitsraum zur Probebühne für das Leben wird, in dem man neue Handlungsstrategien und Gefühlsäußerungen sinnlich unmittelbar ausprobieren kann.

Persönliche Integrität beinhaltet die selbstbestimmte Verankerung der Person in der sozialen Welt ebenso wie die Verbindung mit dem Lebendigen an sich ,d.h. Lebenserfahrungen auch jenseits der Grenze von Raum, Zeit, Geburt und Tod anzuerkennen und zugleich mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen. Menschliche Reife bedeutet ebenso unabänderliche Prozesse wie Altern, Krankheit und Sterblichkeit anzunehmen, sich mit existentiellen Krisen auseinanderzusetzen und persönliche Bewältigungs- und Gestaltungswege zu finden.