Der Körper in der Psychotherapie

Die Einbeziehung des Körpers in den therapeutischen Prozess macht die persönliche Erkundungsarbeit sinnlich unmittelbar und vermittelt Erkenntnisse sehr konkret und persönlich. Wir sind nicht nur Verstand und Vernunft, wir sind vor allem auch Körper und Gefühl, und im Körper verankert durchs Leben zu gehen vermittelt uns ein natürliches Selbstbewusstsein.
Die Mittel und Werkzeuge des körperpsychotherapeutischen Zugangs helfen auch Brücken zu bauen zwischen den manchmal im Krieg liegenden inneren Instanzen: Verstand gegenüber Gefühl, Impuls gegenüber Kontrolle, Freiheits- gegenüber Bindungswünschen  usw.

Mit Körperwahrnehmungsübungen, Atem und Bewegungsarbeit, Rollenspielen, Ausdrucksarbeit u.ä. gewinnen neue Handlungsmöglichkeiten Boden und werden unmittelbar fühlbar. Die Körperpsychotherapiestunde kann zur Probebühne des Lebens werden. Hierdurch wird die therapeutische Arbeit sehr dicht und unmittelbar und oft auch verkürzt.
Jeder Mensch ist an anderen Stellen festgefahren, der eine kann sich nicht abgrenzen, der nächste nicht um Hilfe bitten, die dritte darf nie offensiv und aggressiv sein, an diesen Lebenslinien entlang gilt es in der Therapie etwas nachzuentwickeln und nachreifen zu lassen an einem geschützten Ort ähnlich wie in einem Gewächshaus.