Die existentielle Dimension in der Psychotherapie

Für den älteren Menschen ist  die unvermeidbare Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens wichtig; auch wenn wir  Angst davor haben und gelernt haben davor wegzulaufen werden wir im Älterwerden, in schweren Erkrankungen, Unfällen oder dem Verlust nahe stehender Menschen  auf diese große Realität des Lebens hingewiesen.

Wir sind geboren und wir werden sterben. Unsere moderne westliche Kultur lässt uns relativ alleine beim Umgang mit dieser Wirklichkeit, die vielleicht nicht nur Angst und Schrecken bergen muss, wenn wir ihr ins Gesicht schauen aber möglicherweise uns auch Kraft, Mut und Demut geben kann unsere Leben zu gestalten, Prioritäten selbst gewählt zu setzten, neue Sprünge zu wagen oder uns ein Herz zu fassen, und Menschen näher an uns heran zu lassen. Auch wenn wir unser alltägliches Leben mehr oder weniger zufrieden stellend leben, gibt es für die meisten Menschen immer wieder Lebenszeiten und Momente, wo sich Leerstellen, Zweifel oder Fragen einstellen nach dem größeren Woher und Wohin.

Woher komme ich und wohin geh ich, wer bin ich und was mache ich hier? Ist meine Existenz zufällig und sinnlos geformt oder bin ich eingebettet in ein größeres Ganzes, das mich trägt und hält und Sinn macht? Warum kann ich das so selten fühlen und wie kann ich dem näher kommen? Was ist diese Leere in mir, die Unrast, die Suche, die Sehnsucht nach einen größeren fühlbaren Sinnzusammenhang? Gibt die Religion mir Antworten, die moderne Spiritualität, die Natur oder etwas in mir?

Psychotherapie kann hier keine definitiven Antworten, aber doch Raum geben, in dem die Fragen sich Ausdruck verschaffen und ausgelotet werden können. Mit den besonderen Mitteln der Körperpsychotherapie werden Erfahrungsräume bereitgestellt, in denen unser Selbstempfinden und  Bewusstsein sich weiten, erden und manchmal fliegen kann.