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Seminarthemen

Seminarthemen 2022/23

  1. Präsenz und Energie 25.–27. März 2022 Bettina Schroeter/Wolfgang Hegenbart

    Grundlegende Annahmen der Körperpsychotherapie

    Die Basis für die persönliche Identität ist die körperliche Präsenz, der beseelte Leib, den man fühlt und bewohnt, nicht der mechanische Körper, den man hat. Körper und Psyche bilden eine Einheit, sind in ihrer Funktion identisch und unterscheiden sich nur in ihrer Erscheinungsform. Alle Lebensäußerungen sind Ausdruck einer im Körper fließenden Energie, die wahrnehmbar und beeinflussbar ist. Ihre freie Pulsation steht für Gesundheit, ihre Blockierung für Störungen der psychovegetativen Selbstregulation. Grundaspekte körperpsychotherapeutischen Verständnisses werden praktisch und theoretisch vorgestellt.


  2. Somatische Resonanz 20.–22. Mai 2022 Marc Rackelmann

    Vegetative Identifikation – Körpersprache – Mikrointerventionen

    Körperpsychotherapeutische Prozesse implizieren nicht nur den extrovertierten Gefühlsausdruck und kathartische Reaktionen, sondern ebenso die Erforschung von unbewussten körperlichen Mikropraktiken wie Veränderung von Haltung, Stimme, Gesten und Atemrhythmen im therapeutischen Gespräch. Dabei interagieren körperliche Mikroreaktionen von Klient und Therapeut ständig miteinander. Diese per organismischer Resonanz wahrzunehmen, sich bewusst zu machen und daraus körperbezogene Mikrointerventionen zu schmieden, impliziert die Kunst körperpsychotherapeutischer Prozessbegleitung in auch primär gesprächsorientierten Prozessen. Die Übergänge vom therapeutischen Gespräch zum Dialog mit den Körperempfindungen und Impulsen und zurück zur bewussten Reflektion steht hierbei im Fokus.


  3. Containment und Katharsis 17.–19. Juni 2022 Bettina Schroeter

    Affektregulation – Gefühlsschichten – Transformation von Emotionen

    Gefühle können Wegweiser sein in zwischenmenschlicher Kommunikation, ebenso wie neurotische Fixierungen oder traumatische Erinnerungen enthalten. Ihre Erkundung, Differenzierung und Regulation spielt in der körperorientierten Therapie eine zentrale Rolle. Dabei geht es sowohl um die Neuentdeckung von ungelebten emotionalen Qualitäten ebenso wie die Transformation von fixierten Affektzuständen. Containment bezeichnet die Fähigkeit, Erregung zu halten, ohne sie zu unterdrücken, Katharsis die Möglichkeit, Emotionen zu entladen und gestalten. Reifung geschieht in der Pulsationsbewegung zwischen beiden Optionen. Grundlegenden Zugänge der neoreichainischen Vegetotherapie werden vorgestellt und erkundet.


  4. Trauma und Körper 16.–18.September 2022 Gerlinde Buchholz

    Schock – Trauma – Resilienz

    Schon in ihren Anfängen hatte die Körperpsychotherapie ein besonderes Verständnis für die traumatischen Folgen lebensbedrohlicher Ereignisse. In ihrem Verständnis des Schocks und seiner nicht aufgelösten psychosomatischen Folgen zusammen mit der Methodik produktiver Dissoziation, sukzessiver Wiedererinnerung, energetischer Entbindung und somatischer Ressourcenetablierung ist ihr Beitrag zur aktuellen Diskussion traumatherapeutischer Verfahren gleichbleibend relevant und kompatibel mit den Resultaten moderner Gehirnforschung und Neurophysiologie. Die Entdeckung von Stephen Porges zur Organisation des ANS findet hierbei besondere Berücksichtigung. Aspekte und Methoden dosierter Traumaverarbeitung und energetischer Resilienzstärkung werden theoretisch und praktisch vorgestellt.


  5. Ablösung vom Elternkörper 14.–16. Oktober 2022 Bettina Schroeter

    Zur Transformation der Introjekte

    Loslösungsprozesse von den Elternfiguren spielen in therapeutischen Prozessen eine dominante Rolle. Gelungene Ablösung transformiert sowohl Anpassung als auch Rebellion und Abwehr im Umgang mit den realen Eltern als auch inneren Elternrepräsentanzen. Die inneren negativen oder gestrengen Introjekte, die sich in spezifischen affektmotorischen Schemata verfestigen, zu modifizieren in wohlwollendere gütige Instanzen ist einer der subtilsten, schwierigsten und doch essentiellen Schritte im Prozess emotionaler Reifung. Die körpertherapeutische Arbeit kann dieser Entwicklung die energetische Grundlage geben.


  6. Verkörperte Autonomie 25.–27. November 2022 Andrea Riedl

    Bewegungs- und Identitätsentwicklung – horizontale und vertikale Erdung

    Die moderne Körperpsychotherapie fügte der klassischen Neurosentheorie der Sexualunterdrückung das Konzept der Erdung hinzu. Die Ich-Identität reift analog der Bewegungsentwicklung des Kleinkindes; das motorische Ich bildet die Basis aller höheren kognitiven Funktionen. In der Beziehung zur Erde, zu den Elementarbindungen und einem guten Stand liegt das Fundament für Realitätstüchtigkeit auch auf sozialem Boden. Die körpertherapeutische Arbeit mit Rückgrat, Beinen und Boden enthält ein vielfältiges Reservoir an seelischen Geschichten und Bewegungsimpulsen und verbindet sich auf natürliche Weise mit psychosomatischen Nachreifungsprozessen.


  7. Der Körper in Trance 20.–22. Januar 2023 Wolfgang Hegenbart

    Verkörperung von Trancezuständen – Bewusstseinsebenen und Körpermodus

    Zwischen Schlafen und Wachsein ereignet sich ein traumähnlicher Übergangszustand, der viele kreative seelische Verarbeitungselemente enthält und den sich die KPT aktiv zu Nutze macht. Die bewusst induzierte Trance fördert die Sensibilisierung für körperlich-energetische Prozesse, aktiviert die körperseelische Selbstregulation und stellt spontane Lösungsmöglichkeiten für Konflikte bereit, die aus dem verkörperten Unbewussten des Klienten kommen und auf die inhärente Kompetenz der verkörperten Psyche zurückgreifen. Vermittelt wird die Herstellung der induzierten Trance in Verbindung mit einem spezifischen Körpergewahrsein.